1988 Kostelec

Bitburger Volkstänzer in der Tschechoslowakei

Gelungene Auftritte vor einem tollen Publikum


In diesem Jahr hatte man ein besonderes Ziel ausgesucht. Nach vielen Proben war es Ende August soweit. Über Nürnberg, dem Grenzübergang Waidhaus, Pilsen und Prag traf die Bitburger Volkstanzgruppe spät abends in Cerveny Kostelec ein. Auf Einladung der Gruppe Hadar, die man im italienschen Atina vor einigen Jahren kennen gelernt hatte, hielt sich das 40köpfige Ensemble im ostböhmischen Ort, nahe der polnischen Grenze, auf.
Am Fuße von Riesen- und Adlergebirge blieb neben zahlreichen Proben und Auftritten Zeit genug, Land und Leute kennen zu lernen.
Die Bitburger unter der Leitung von VTG-Vorsitzendem Udo Posnanski waren die einzige ausländiche Gruppe, die zu dem 34. Folklore Festival in Cerveny Kostelec eingeladen worden war.
Harte Proben kennzeichneten den ersten Tag. Die Veranstalter hatten eigens einen tschechoslowakischen Profi-Regisseur engagiert, der eine perfekte, bunte Show zusammenstellte. Ungewohnt für die Gäste aus der Eifel war die Präzision, mit der hier gearbeitet wurde. Selbst Verbeugungen wurden bis zum Erbrechen geübt, nichts überlies man dem Zufall. Es war schon eindrucksvoll, was dieser Mann aus einem gemeinsamen gesungenen tschechischen Lied machte, und nach anfänglichen Problemen stellten sich die Volkstänzer auf diese neue Art sehr gut ein.
Der Lohn solch harter Arbeit war am Abend ein ausverkauftes Theater in Cerveny Kostelec. Die Eifeler absolvierten hier zwei perfekte Auftritte und ernteten stürmischen Applaus.
Doch neben dem tänzerischen stand natürlich auch ein offizieller Teil auf dem Programm. Bürgermeister Jaroslav Bendak empfing eine Delegation der angereisten Gruppen und freute sich besonders über die Anwesenheit der Bitburger Volkstänzer. Bei dieser Gelegenheit überreichte der VTG-Vorsitzende die offizielle Gegeneinladung zum Grenzlandtreffen in Bitburg an den Chef der Gruppe Hadar, Pavel Labik.
Sprachliche Probleme gab es keine, denn mit der Deutschlehrerin Hana Lelkova hatte man nicht nur eine perfekte Dolmetscherin, sondern sie entwickelte sich in diesen Tagen zum guten Geist der Gastspielreise, immer ansprechbar, immer freundlich und stets bemüht, entstehende Probleme schneller und unbürokratisch zu lösen.
So stressig wie der erste Tag war auch der zweite. Denn im riesigen Freilichttheater stand die eigentliche Hauptveranstaltung  des Festivals bevor. Bei mehr als 3000 Zuschauern absolvierten die Bitburger auch hier zwei Auftritte und es gab stürmischen Applaus.
Es folgten in den nächsten Tagen noch verschiedene Auftritte in der Umgebung. Und  sogar ein Auftritt bei einer Hochzeit in Cerveny Kostelec.
Ein Pluspunkt für die Bitburger VTG ist bei ihren Auftritten im In- und Ausland die Live- Musik. Diesmal waren unter musikalischer Leitung von Michaela Dahm und Achim Kandels Mitglieder des Akkordeon-Orchesters Bitburg, des städtischen Musikverein und des Musikvereins Beurig mit in die Tschechoslowakei gereist und gaben die richtigen musikalischen Töne an.
Am Ende waren sich alle Teilnehmer einig: Sie hatten eindruckvolle und schöne Tage in der Tschechoslowakei verlebt, daran änderten auch die mehrstündigen Wartezeiten und Kontrollen bei der Ein- und Ausreise.

 

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